Eine Legende unter den Springpferdemachern.

 

Weit über 2, 5 Millonen Euro verdienten bisher seine Kinder auf den Turnierplätzen dieser Welt. Damit wird Capitol I in einem Atemzug mit Landgraf I, Pilot, Polydor, Furioso II und Lord genannt. Capitol I hat in seiner Heimat Schleswig Holstein enormes geleistet. Sein  Wert liegt in der außergewöhnlichen Springveranlagung, dem enormen Vermögen und der immerzu währender Leistungsbereitschaft.

24 Jahre alt wurde der blütenweiße Schimmel, dann musste er am 28. September 1999 wegen einer schweren  Nierenerkrankung von seinem Leiden erlöst werden.

Bereits als Fohlen wurde Capitol von dem großen Pferdemann Maas Johannes Hell aus dem Züchterstall Thormählen erworben. Hell war damals  Geschäftsführer des Holsteiner Verbandes. Auf der Körung 1977 war Capitol noch einer von vielen. Ein großrahmiges Pferd, eher etwas quellig, nicht sonderlich auffallend, aber abstammungsmäßig hoch interessant. Auch in der Hengstleistungsprüfung, die Capitol 1978 in Medingen absolvierte, zählte der Holsteiner noch nicht zu den Überfliegern.  82.56 Punkte lautete das Endergebnis des Schimmels 26.  Platz von 30 Teilnehmern.

Seine erste Decksaison verbrachte der Hengst auf der, in Ostholstein gelegenen Station Langenhagen. Dort blieb  er bis 1984. Aufgrund seiner hervorragenden Abstammung und seines gewaltigen Vermögens, das er beim Freispringen  demonstriert hatte, war er gleich sehr gefragt bei den Züchtern. Mit Spannung wurde  sein erster Fohlenjahrgang erwartet: 35 Capitol-Kinder, 20 Hengst-  und 15 Stutfohlen, kamen 1979 auf die Welt vornehmlich  in Ostholstein. Dort traf Capitol auf eine Stutengrundlage, die bereits sehr sportlich ausgerichtet war. Überzeugen konnten seine Nachkommen jedoch nicht alle: Schöne, schnabelige Fohlen mit guten Gesichtern und guten Bewegungen waren dabei, doch auch das ein oder andere  etwas schwere. Schnell wurde deutlich: Capitol braucht Blut. Die besten Pferde machte Capitol mit blutgeprägten Stuten oder solchen, die das Blut von Cor de la Bryere führten.

Das wohl überzeugendste Beispiel seiner  Vererbungskraft lieferte Capitol im Jahr 2000 beim CHIO Aachen:  Cento gewann in einem atemberaubenden Stechen unter Otto Becker den Großen Preis, dicht gefolgt von seinem väterlichen Halbbruder Carthago, der auf den zweiten Platz kam. In einem solch  schweren Springen die beiden erstplatzierten Pferde zu stellen, die zudem beide gekörte Hengste sind, das dürfte schon einmalig sein. Capitols  Ausnahmestellung in der Zucht kommt nicht von ungefähr. In seinem Pedigree vereinen sich mit den Stämmen 104 a und 173 zwei der leistungsstärksten Linien der Holsteiner Zucht.

Geboren wurde der kalibrige Schimmel am 2. Mai 1975 auf dem Hof  von Harm Thormählen in Kollmar. Capitols Mutter Folia, über  Maximus-Ramzes AA gehäuft Edelblut führend, leistete Unschätzbares in der Zucht: Neben Capitol I brachte sie mit  dessen Vollbruder Capitol II, den Landgraf I-Söhnen Latus  I und II sowie Cellebrio von Caletto II insgesamt fünf gekörte Söhne. Bundeschampion Latus I wirkte auf der Station von Paul Schockemöhle, ehe er 1993 einging. Unter Franke Sloothaak  erhielt er in einer Springpferdeprüfung die Traumnote 9.5. Sein Vollbruder Latus II, dessen Nachkommen bereits eine Gewinnsumme von über 330.000 Euro erzielt haben, deckt, nach einigen Jahren im Baden-Württembergischen Haupt- und Landgestüt  Marbach, wieder in Holstein und brachte international erfolgreiche  Springpferde. Beispielhafte Langlebigkeit, die sich wie ein roter  Faden durch den Stamm 173a zieht - Capitols Mutter Folia  wurde 29 Jahre alt. Doch nicht nur die mütterliche Abstammung Capitols zählt zum Besten, was das Land zwischen den Meeren  zu bieten hat. Auch väterlicherseits hat Capitol erfolgreiche  Ahnen: Vater Capitano ist ein Enkel des hoch geschätzten  Vollblüters Cottage Son xx und trägt über seinen  Muttervater Ramzes AA erneut Blut. Auch Capitano, dessen Nachkommen beachtliche 360.000 Euro verdienten,  wurde von Rheder Thormählen in Kollmar gezogen. Seine Mutter  verdeutlicht das Zuchtrezept Thormählens in aller Konsequenz:  Mein Vater kaufte Stuten, die sich im Spitzensport bewährt  hatten, um mit ihnen weiter zu züchten. Damit führte er die strenge Selektion Holsteins noch weiter: Denn in diesem Zuchtgebiet kamen nur Stuten zum Einsatz, die ihre hohe Leistungsbereitschaft und ihre Bereitschaft, zu kämpfen, in der Arbeit vor dem Pflug bewiesen hatten.

21 gekörten  Söhnen und 273 eingetragenen Stuten gibt Capitol seine hoch geschätzten Gene weiter. Mit einem Zuchtwert von 154 Punkten  liegt er unter den Top Ten deutscher Springvererber. Geniales Springvermögen, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weiße  Jacke, famose Leistungsbereitschaft - das sind Markenzeichen, die einen echten Capitol-Nachkommen auszeichnen.